So kommt Ihr altes Auto durch die nächste Hauptuntersuchung

Der Pkw-Bestand in Deutschland wächst stetig. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind 52,39 Millionen Pkw, Lkw, Busse und motorisiertes Zweiräder in Deutschland zugelassen. Das entspricht einem Zuwachs von 1,3 Prozent gegenüber dem Stand einem Jahr zuvor. Der Anteil an Pkw liegt bei 43,43 Millionen. Jedes fünfte Auto ist jedoch im vergangenen Jahr bei der Hauptuntersuchung (HU) der Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) durchgefallen. 9 Millionen Autos erfüllten demnach nicht die geforderten sicherheitstechnischen Standards, die im Straßenverkehr in Deutschland gelten. Das Durchschnittsalter der Autos spielt bei dieser Statistik eine sehr entschiedene Rolle. Die Autos sind im Schnitt wieder älter geworden. Das PKW-Durchschnittsalter ist von 8,5 auf 8,7 Jahre gestiegen und damit auch die Häufigkeit der Mängel. Während die Prüf-Ingenieure im Schnitt bei 100 unter drei Jahre alten Autos insgesamt nur etwa 20 Mängel fanden, spürten sie bei den älter als neun Jahre alten Fahrzeugen dabei insgesamt 200 Mängel auf.

Scheinwerfer, Bremsen, Auspuff und Reifen prüfen (lassen)

Ihr Auto muss demnächst zur Hauptuntersuchung (HU)?
Bevor Sie einfach zur nächsten Prüfstelle vom TÜV, Dekra oder GTÜ fahren, prüfen Sie lieber Ihr Fahrzeug bzw. lassen es fachmännisch checken und ggf. sogar für die Hauptuntersuchung fit machen. Da Scheinwerfer, Bremsen, Auspuff und Reifen die häufigsten Gründe sind, warum die TÜV-Prüfer die Plakette verwehrten, sollten Sie hier genau hinschauen.

Die Scheinwerfer sind meistens nur verstellt und können in einer Fachwerkstatt schnell und zumeist kostenlos wieder richtig eingestellt werden. Wenn die Scheinwerfer zu tief eingestellt sind sehen Sie selbst nicht so viel. Das ist zwar nicht gut, aber Sie blenden den Gegenverkehr wenn Ihre Scheinwerfer zu hoch justiert sind, was noch schlechter ist. Lampen und Birnen können Sie vorab selbst kontrollieren. Vergessen Sie dabei auch die hintere Kennzeichenbeleuchtung nicht.

Die Bremsen werden leider nach und nach schlechter, so dass man den Unterschied zu gut funktionieren Bremsen erst merkt, wenn diese neu eingebaut sind. Auch hier ist eine Sichtprobe auf Scheiben und Bremsbelägen sinnvoll. Die Vorkontrolle auf einem Bremseinprüfstand jedoch die beste Lösung.

Beim Auspuff kann eine Fahrt ohne Radio, Klimaanlage und Lüftung helfen. Einfach ein wenig die Scheibe herunterfahren, und sich den eigenen „Sound“ seines Autos anhören. Eine zusätzliche Sichtprobe ist auch sinnvoll. Nicht die Gummi-Aufhängungen vergessen zu überprüften, denn diese werden auch im Laufe der Jahr spröde. Dadurch könnte der Endtopf z.B. auf die Straße fallen.

Gleiches gilt auch für die Reifen. Oft ist das Profil noch gut, aber die Reifen sind alt, spröde und hart. Idealerweise sollten Ihre Reifen nicht älter als 6 Jahre sein und noch eine sinnvolle Mindestprofiltiefe aufweisen.

Vergessen Sie besser die gesetzliche Mindestprofiltiefe bei Reifen von nur 1,6 mm. Diese gilt für alle Reifenarten und Reifengrößen.

ADAC und andere Experten empfehlen eine Mindestprofiltiefe von 2,5 mm bei Sommerreifen bzw. sogar 3 mm bei Breitreifen. Ab 4 mm Profiltiefe nimmt die Haftung bei nasser Fahrbahn nämlich sehr deutlich ab. Dementsprechend sollte man sich bei Ganzjahres- oder Winterreifen auch an den mindesten 4 mm orientieren. Wenn Sie neue Reifen für Ihr Auto kaufen wollen, schauen Sie einfach seitlich auf den derzeit montierten Reifen. Wie auf dem Foto finden Sie dort eine Angabe, hier z.B. „205/55 R 16 91 W“. Hier finden Sie eine Übersicht aller Reifentypen.

Angabe der Reifendimension 205/55 R 16 91 W

Weitere Tipps

Prüfen Sie das Ablaufdatum des Verbandskastens (Erste-Hilfe-Kasten). Ihr Fahrzeug bekommt zwar die Plakette, allerdings mit dem Hinweis auf geringe Mängel, die innerhalb von 4 Wochen zu beheben sind. Zwar müssen Sie nicht erneut vorstellig werden, aber bei der nächsten Polizeikontrolle könnte es unnötig Ärger geben. Warnweste und Warndreieck sollten ebenfalls gut auffindbar an Board sein. Fahren Sie durch die Waschanlage und säubern Sie auch Ihr Fahrzeug im Innenraum. Ein gepflegter Eindruck kann gerade bei einem hohem Fahrzeugalter eine Menge kompensieren. Außerdem möchte sich auch der Prüfer nicht unnötig an Ihrem Auto dreckig machen.

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